Trio rückt Buchstaben zurecht

Jugend forscht: Schüler steigern Schreibleistung bei Computern und Schreibmaschinen.

117 Jahre ist niemand auf die Idee gekommen, die Reihenfolge auf der Schreibmaschinentastatur in Frage zu stellen. Die Hamburger Schüler Torsten Rieger (19), Nils Peter Stoye (19) und Justus Menzel (17) haben das getan und die Buchstaben völlig neu geordnet. Gestern wurden sie dafür belohnt: mit ihrer neuen Computer- und Schreibmaschinentastatur, die die Schreibleistung um bis zu 25 Prozent steigern kann, belegten sie beim Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" den ersten Platz in der Kategorie "Arbeitswelt" und erhielten 1500 Euro.

Den Jugendlichen war aufgefallen, daß häufig genutzte Buchstaben auf der herkömmlichen Tastatur meistens an schwer erreichbaren Stellen am Rande liegen. Damit sollte früher verhindert werden, daß die Schreiber zu schnell tippen. Denn: Als QWERTZ - so die ersten sechs Buchstaben der oberen Buchstabenreihe - 1888 zum Standard wurde, hätte sich die Tastatur beim schnellen Schreiben zu leicht verhakt. Ein Argument, das für Computertastaturen allerdings nicht mehr gilt.

Die drei Schüler entwickelten deshalb zunächst ein Analyseprogramm, um herauszufinden, welche Buchstaben und Buchstabenfolgen in der deutschen Sprache am häufigsten benutzt werden. Dabei lag das "e" mit 13 Prozent an der Spitze, gefolgt vom "n" mit sieben Prozent. Häufigstes Bigramm ist das "en", häufigstes Trigramm das "der".

Die Folge: Auf der Tastatur der drei Schüler rückten das "e" und das "n" von ihren Randpositionen in die Mittelreihe. "Unser ,e' liegt da, wo das ,j' ist. Das ,n' dort, wo das ,f' ist. Bis auf das ,q' haben wir alle Plätze verändert", sagte Justus Menzel, der die ausgezeichnete Tastatur nun gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern vermarkten möchte.

Als erste Versuchspersonen hatten sich die drei 68 Menschen ausgesucht, die weder Erfahrung im Schreiben auf der alten noch auf der neuen Tastatur hatten. Bei den Tests kam heraus, daß sich die Leistung auf der neuen Tastatur um ein Viertel erhöhte.

Ob sie sich noch mal am Wettbewerb beteiligen, steht noch nicht fest. "Geplant ist es nicht, aber wenn wir eine gute Idee haben, werden wir wohl mitmachen", sagte Justus Menzel. kab

erschienen am 30. Mai 2005 im Hamburger Abendblatt

Drei Hamburger gewinnen bei "Jugend forscht"

Wer sagt eigentlich, daß die Tastatur eines Computer-Keyboards so aussehen muß, wie sie aussieht?

Die Hamburger Nils Stoye (19), Torsten Rieger (19) und Justus Menzel (17) ärgerten sich schon lange darüber, daß sie nicht schneller tippen konnten, weil die meisten Buchstaben so weit auseinander liegen. Diese Ordnung gibt es seit 130 Jahren, stammt aus der Zeit der Schreibmaschinen und hatte den Sinn, daß sich die Anschlag-Hebel nicht verhaken.

Rund zehn Stunden pro Woche tüfftelten die Jungs, steckten Buchstaben auf dem Keyboard einfach um - und bewarben sich bei "Jugend forscht".

Mit Erfolg: Am Wochenende gewannen Nils, Torsten und Justus im Bereich "Arbeitswelt" den ersten Platz. Mit ihrer Erfindung können Viel-Tipper bis zu 25 Prozent schneller schreiben.

erschienen am 30. Mai 2005 in der Bild-Zeitung

Ausgezeichnet: Die jungen Einsteins

1. Preis Arbeitswelt

"Hat ,Q W E R T Z' ausgedient?" fragten sich Torsten Rieger (19, Foto v. l.), Justus Menzel (17) und Nils Peter Stoye (19) vom Charlotte-Paulsen-Gymnasium und der Rudolf-Steiner-Schule. Eine neue Computertastatur haben die drei Freunde entwickelt und damit den ersten Preis im Bereich Arbeitswelt gewonnen. "Die Menschen arbeiten seit 130 Jahren mit der gleichen Tastatur. Sie wurde für Schreibmaschinen entwickelt. Und zwar so, daß man möglichst langsam tippen mußte, damit sich die Tasten nicht verhakten", sagt Justus Menzel. "Wir haben uns gedacht, mal eine neue Anordnung der Buchstaben auf der Tastatur vorzunehmen." Zu diesem Zweck programmierten die Schüler für den PC ein Programm, welches die "alte" Buchstabenbelegung durch die "neue" ersetzt. Weiter wurde analysiert, welche Buchstaben am häufigsten in Texten vorkommen. Das Ergebnis ist verblüffend: Tests ergaben, daß die Leistung durch die Arbeit mit der neuen Tastatur um 25 Prozent gesteigert werden kann. hk

erschienen am 6. April 2005 im Hamburger Abendblatt

Hamburgs Erfinder-Nachwuchs

Schlechte Zeiten für die "QWERTZ"-Computertastatur: Drei clevere Schüler haben eine neue deutsche "Klaviatur" erfunden. Für ihr Projekt "RISTOME" wurden sie mit dem 1. Preis beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" in der Kategorie "Arbeitswelt" ausgezeichnet.

"Herkömmliche Tastaturen sind unpraktisch, weil die meistbenutzten Buchstaben wie E oder N ungünstig für die stärksten Finger liegen", erklärt Nils Peter Stoye vom Charlotte-Paulsen-Gymnasium. Die Anordnung der Tasten stammt noch aus dem Schreibmaschinenzeitalter.

Um die optimale Verteilung der Buchstaben zu finden, untersuchten Stoye und seine Mitstreiter Torsten Rieger und Justus Menzel ("RISTOME" leitet sich aus den Nachnamen her) Hunderte von Texten - am seltensten kommt das große Ö vor. Stoye: "Mit unserer Tastatur können die Nutzer im Schnitt 25 Prozent schneller schreiben."

erschienen am 6. April 2005 in der Hamburger Morgenpost

weitere Presseberichte folgen

Impressum | Alle Rechte vorbehalten | © RISTOME 2005 | Design by Ti92 Entertainment